Von Carmen Schumann, Sächsische Zeitung vom 2.6.2003
Die Zahl der Menschen mit
Sehstörungen nimmt zu.
Einerseits deshalb, weil
die Menschen immer älter
werden, andererseits aber auch
daher, weil dank moderner Technik
heutzutage auch extrem kleine
Frühgeborene überleben können,
die dann aber unter Umständen
sehgeschädigt aufwachsen.
Augenoptikermeister Michael Plüschke
aus Bischofswerda ist einer, der
diese Perspektiven im Blick hat.
Deswegen hat er nun schon zum
dritten Mal eine Messe ausgerichtet,
die über die neuesten Entwicklungen
auf dem Gebiet der Sehhilfen
informiert.
Sie fand am Sonnabend im Hotel
"Evabrunnen" statt. "Bei der Entwicklung
von optischen, elektronischen und
opto-elektronischen
Hilfsmitteln passiert in zwölf
Monaten so viel, dass es sich lohnt, in
jedem Jahr eine solche Messe zu
veranstalten", erklärt der Handwerksmeister.
So stellte in Bischofswerda
beispielsweise eine Dresdener
Firma Spezial-Computertechnik
vor, die Blinden und Sehschwachen
das Leben erleichtert. Robert
Jaurich, selbst Mitarbeiter dieses
Unternehmens, nutzt so ein Gerät.
Die Spezialtastatur des PC ermöglicht
ihm, als Schreibkraft und als
Telefonist tätig zu sein,
An Eltern von sehbehinderten
Kindern wandte sich zur Messe die
Frühförderungsstelle Spremberg.
Deren Mitarbeitern liegt es besonders
am Herzen, Eltern über die
Möglichkeiten der Förderung des
Restsehens in den ersten drei
Lebensjahren zu informieren.
Woran es hapere sei die Tatsache, dass es zu wenig Möglichkeiten
gibt, die Krankenkassen mit Sehschwachen
zusammenzubringen,
damit die Kassenvertreter erfahren,
was die Patienten konkret benötigen,
so Michael Plüschke. Leider
konnte er aber auch bei seiner Messe
kaum Repräsentanten von Krankenkassen
sichten. Aus seiner Sicht
zu wenig angenommen wurde auch
das so genannte "Nebel-Cafe", wo
man sich mit Hilfe einer Spezialbrille
in die Situation eines Sehschwachen
hineinversetzen konnte.
Und auch von den Schulen hätte
sich Michael Plüschke mehr
Zuspruch erhofft. Gerade für integrative
Bildungseinrichtungen, wo sehschwache
Kinder zusammen mit
ganz Gesunden lernen können,
waren zahlreiche interessante Neuentwicklungen
zu sehen.
Eine wichtige Bezugsperson für
Spätbetroffene ist die Mobilitätstrainerin
Karla Körner aus Pirna.
Sie gibt ihren Patienten Hilfestellung
bei der Umrüstung des Haushaltes und
beim Einkaufen. "Gerade
Späterblindete müssen lernen,
ihre anderen Sinne verstärkt einzusetzen",
erklärt sie. Durch ihre Akti-
vitäten will sie dazu beitragen, dass
die Einschränkungen, denen sich
Sehgeschädigte unterwerfen müssen,
so gering wie möglich bleiben.
Der blinde Robert Jaurich (re.) arbeitet in einer Dresdener Firma, die Spezial-
Computer-Technik herstellt. Zusammen mit deren Geschäftsführer Jan Mitz-
scherlich (Mitte) erläuterte er Augenoptikermeister Michael Plüschke, wie der
Spezial-PC von Sehbehinderten bedient werden kann.
Fotos: Carmen Schumann
c't 12/03 Seite 78
Vorleser
Mit einer Zusatzsoftware ausgestattet
lesen Handys Menüoptionen, Kon-
taktdaten oder SMS-Nachrichten vor.
Das Programm "ViaS mobile accessibility
bringt Handys mit Symbian OS das Spre-
chen bei. Gedacht ist es für sehbehindert
oder blinde Menschen sowie für Autofah-
rer, die sich während der Fahrt Nachrichten
vorlesen lassen möchten. Wie ein Ansager
spricht die Software beim Wählen oder
SMS-Texten nach jedem Tastendruck die
gedrückte Ziffer oder den Buchstaben.
Per ViaS-Menü lassen sich Anrufe, Nach
richten und Kontakte verwalten. Auf den
Terminkalender muss man verzichten: ViaS
legt die Menüführung des Handyherstellers
lahm und ersetzt die Originaloberfläche des
Geräts durch schlichte Menüs, die keinen
Zugriff auf Termine zulassen. Der Versand
einer MMS ist unter ViaS möglich, wenn
aber der Speicher fast gefüllt ist, führt schon
ein Schnappschuss zum Programmabsturz
Die Sprachausgabe, die rund 1,4 MByte
Arbeitsspeicher verschlingt, variiert erheb-
lich in der Qualität. Menüeinträge wie
"Neue SMS", die der Hersteller vorab auf-
zeichnen konnte, sind gut zu verstehen. Bei
individuellen Texten dagegen muss die in-
tegrierte Text-to-Speech-Komponente der
Schweizer Herstellers SVOX Wöner aus ein-
zelnen Lauten zusammensetzen Das klingt
ziemlich nuschelig, vor allem aus den
Handy-Lautsprecher. Mit einer Freisprech-
vorrichtung ist die sympathische Frauen-
stimme besser verständlich.
Version 1.0 der Sprachsoftware läuft
noch nicht stabil. Aufgrund der Speicheran-
forderungen kommen dafür nur leistungs-
fähige Handys in Frage. Zurzeit funktioniert
ViaS auf dem Nokia 3650 und 7650 sowie
auf Prototypen des Siemens SX1. Wer seh-
behindert ist und vor allem Textnachrich-
ten versendet oder mobil telefonien, wird
durch ViaS sinnvoll unterstützt. (dwi)
Inverview beim BSV Hamburg am 7.5.03
Dieses Interview anläßlich unserer Pressekonferenz
im Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V.
liegt im MP3-Format vor. Die Dateigröße beträgt ca. 1.5 MB.
Sie konnten diese
hier herunterladen bzw. öffnen (da schon veraltet jetzt nicht mehr).
Dresdner Neuste Nachrichten, Seite 1
Freitag, 16. Mai 2003 Dresdner Firma Flusoft:
Sprechendes Handy für Blinde vorgestellt
Dresden (Eig. Ber./hw). Das Dresdner Unternehmen Flusoft hat ein sprechendes Handy für Blinde vorgestellt. Durch eine
Spezialsoftware ist es dem Gerät möglich, Kurznachrichten (SMS), Telefonnummern und Adresseinträge vorzulesen.
Sehbehinderte Menschen sollen damit die Chance erhalten, die oft komplizierten Menüs heutiger Funktelefone bedienen zu
können. Die Firma verspricht sich eine deutliche Umsatzsteigerung von der Neuentwicklung. Das Programm benötigt allerdings
einen Arbeitsspeicher im Telefon und läuft daher nur auf neuesten Handys, die mit einer Kamera ausgestattet sind.
Verweis auf Seite 5.
Dresdner Flusoft zeigt
sprechendes Handy für Blinde
Firmenchef erwartet hohe Nachfrage für neues Produkt
Dresden (Eig.Ber.). "SMS empfangen. Null Eins. Sieben. Zwo...", quakt eine Computerstimme aus dem Handy einem
sprechenden Mobiltelefon, das speziell für Blinde vom Dresdner Unternehmen Flusoft umgerüstet wurde. Ein auf das
Gerät aufgespieltes Programm mit Sprachsynthesizer soll sehbehinderten Telefonieren helfen, sich durch die
zahlreichen Menüs moderner Handys durchzuhangeln. Es liest auch Kurznachrichten (SMS) vor, das Adressbuch und
vieles mehr. Nur mit E-Mails kommt die Computerstimme noch nicht klar - aber da arbeite man dran, verspricht
Flusoft.
"Wir hoffen auf eine erhebliche Umsatzsteigerung durch unser sprechendes Handy, auf das der Markt schon lange
gewartet hat", meint Unternehmens-Chef Ulf Beckmann, der selbst stark sehbehindert ist. Das neue Produkt komme
aber auch für Vieltelefonierer in Frage, die häufig im Auto unterwegs sind und sich mit dem Sprach-Handy zum
Beispiel ihre SMS vorlesen lassen könnten. Der Spaß hat allerdings zwei Haken: Einerseits kostet das Flusoft-
Programm saftige 348 Euro, andererseits erfordert die Sprachausgabe einen eigenen Arbeitsspeicher im Handy.
Somit kommen nur modernste Mobiltelefone dafür in Frage, die mit einer Kamera ausgestattet sind.
Auch ansonsten dreht sich bei Flusoft - das Mitte der 90er Jahre gegründete Unternehmen sitzt seit 2000 auf der
Tannenstraße - alles um die Unterstützung behinderter, besonders aber blinder Menschen. Bei einem Tag der offenen
Tür präsentierte Flusoft gestern seine Produktpalette: Scanner zum Beispiel, nur so groß wie eine Computermaus, die
zum Beispiel Visitenkarten und andere Texte einlesen und dann in übergroßer Schrift auf dem Fernseher
wiedergeben. Auch größere Anlagen, ähnlich den Microfiche-Lesern in Archiven, waren zu sehen: Sehschwache
können zum Beispiel dort ihre Behördenbriefe einlegen, ein Computermonitor zeigt dann in einstellbarer
Vergrößerung den Text an. Daneben bietet Flusoft einen kompletten Computer-Arbeitsplatz für Blinde an. Eine
Sprachausgabe verrät dem Benutzer die Struktur der Programm-Menüs, außerdem ist eine "Braille-Zeile"
angeschlossen, die das getippte Wort in Blindenschrift übersetzt.
Auch ein mobiler Farberkenner wurde präsentiert - das faustgroße Gerät kann an ein Hemd oder eine Hose gelegt
werden und schon heißt es "dunkel, pflaumfarben".
Mit solchen und anderen Produkten hat Flusoft im Jahr 2003 eine halbe Million Euro Umsatz realisiert. Inzwischen
sind in der Firma acht Mitarbeiter eingestellt. Heiko Weckbrodt
www.fluSoft.de
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letzte Änderung: 12. Februar 2025
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